Und am Ende der Straße steht ein Haus am See. So besingt es Peter Fox in seinem Lied. Und das erleben wir am Freitag vor ein paar Wochen. Das Haus gehört einem Kollegen, der eigentlich schon im Ruhestand ist, uns aber als Berater noch zur Verfügung steht. Ende April bekommen wir von ihm die Einladung für das erste Wochenende im August. Anfangs fragen wir uns, ob das nicht so eine amerikanische – gut, aber nicht ernstgemeinte – Einladung ist. Aber als er dann im Juli nochmal nachfragt, sind wir sicher, dass es ernst gemeint ist und wir freuen uns schon sehr drauf. Immerhin ist das eine gängige Freizeitbeschäftigung hier im mittleren Westen. Jemand kennt immer jemanden, der jemanden kennt, der ein Lake-Haus besitzt.

Wir machen Freitag gegen Mittag Schluss und machen uns auf die Reise durch das schöne, ländliche Missouri. Von uns bis zum Table Rock Lake sind es immerhin 4 ½ Stunden. Je weiter wir an den See kommen, desto kurviger werden die Straßen. Die letzten 20 Meilen haben es dann in sich. Hoch, runter, links, rechts und immer durch den Wald. Auf einmal stehen wir dann am Ende der Straße, und da steht ein Haus.

Als wir um 17 Uhr ankommen werden wir von unserem Gastgeber erstmal zum Boatdock geführt. Natürlich mit gut gefülltem Cooler und sog. Floats. Auf die setzt man sich und dann sitzt man im Wasser, kann sich gemütlich unterhalten und dabei sein Glas Wein trinken. Das machen wir dann auch für die nächsten 2 Stunden bis die Glocke zum Essen geläutet wird. Die Frau des Gastgebers hat sich derweil in der Küche ausgetobt und so können wir uns ein leckeres Abendessen schmecken lassen. Nach dem Essen wird der Gastgeber etwas unruhig. Der Grund dafür ist, dass er mit seinem Boot noch zu einem Sunset-Cruise raus möchte, um uns den Sonnenuntergang bei einem weiteren Glas Wein an seinem Lieblingsplatz zu zeigen. Der Abend klingt dann im Wohnzimmer aus, bei dem unsere Gastgeber uns viele Geschichten aus den vergangen Jahren erzählt.

Nach einem ausgiebigen Frühstück beginnt der Samstag sportlich. Zuerst geht es für Micha zum Stand-up Paddeln. Ich leih mir den Jetski und tob mich auf dem See ein bisschen aus. Danach bekommt Micha, die Gelegenheit ihre Wasserski-Künste nach langjähriger Abstinenz zur Schau zu stellen. Das 350 PS starke Wakeboard Boot zieht Micha kilometerlang durch die sog. Waterski-Cove. Anscheinend ist Wasserski fahren wie Rad fahren, man verlernt es nicht.

Danach entspannen wir beim sog. Coven am Ende der Waterski-Cove. Dabei wird das Boot, meist an einem hervorstehendem Baumstamm festgemacht, und man sitzt mit den Floats im Wasser und genießt den stressigen Alltag am See. Als mittags das Hungergefühl einsetzt, fahren wir zurück zum Haus und machen uns über ein paar Sandwiches her. Danach ist erstmal ein ausgiebiger Mittagsschlaf angesagt.

Wir, der Gastgeber und ich machen uns dann noch auf zu einer gut halbstündigen Quad-Tour auf einem der vielen Trails. Dabei kommen wir auch an einem Baugebiet vorbei, das eine eigene Landebahn für Kleinflugzeuge besitzt. Falls jemand der Leser also investieren möchte, dem möchten wir gerne die Gelegenheit geben. Es sind noch einige Plätzt frei. Wir werden euch dann auf jeden Fall auch mal besuchen kommen. Und ich muss echt sagen, für diese Lage echt bezahlbar. 2000 m² für umgerechnet ca. 40 000 Euro.

Abends gibt es leckeres Filet Mignon, perfekt gegrillt, mit selbstgemachtem Eis zur Nachspeise.

Der Sonntag beginnt diesmal auch für mich sportlich. Ich begebe mich nach dem Frühstück auf eine 45-minütige Stand-up Paddeltour durch die Bucht der Nachbarschaft und erfahre von unserer Gastgeberin alle Infos über Flora und Fauna. Als wir wieder am Boatdock zurück sind, merke ich erst wie anstrengend Paddeln sein kann. Man muss seinen ganzen Körper anspannen und diese Körperspannung auch aufrecht erhalten um nicht wie ein nasser Sack ins Wasser zu plumbsen.

Nach einem kurzen Mittagssnack machen wir uns auf den Heimweg und wir können beide sagen, dass es die 4 ½ Stunden Fahrt auf jeden Fall wert war. Es hat sich angefühlt wie ein einwöchiger Urlaub. Boy, that’s lake life!

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