Vor Kurzem hatten wir Besuch aus Deutschland und wir haben es uns natürlich nicht nehmen lassen unsere ersten Sightseeing-Erfahrungen zu teilen. Anja hatte Dienstag bis Donnerstag berufliche Verpflichtungen und so nutzen wir den Freitag und Samstag um Ihr St. Louis und Umgebung zu zeigen.

Am Freitagmorgen machen wir uns auf den Weg nach St. Charles nordwestlich von St. Louis. St. Charles gilt als eine der ältesten Städte westlich des Mississippi. Auf der Historic-Main-Street kann man, wunderbar shoppen und bummeln. Buy local, wird hier ganz groß geschrieben und so kann man von Lebensmittel über Kleidung bis hin zu Deko-Artikeln beinahe alles kaufen. Die kleinen, verwinkelten Läden befinden sich in schmucken Häusern aus dem 19. Jahrhundert. Ich schlage zu und kaufe bei Joys ein dreiteiliges Kerzenständer-Set für unseren Esszimmertisch.

Gegen Mittag holen wir Tobi in der Arbeit ab und fahren zum Six Flags Freizeitpark. Hier findet heute der St. Louis Children’s Hospital Day statt, eine Charity-Veranstaltung zugunsten des Kinderkrankenhauses in St. Louis. Das ganze funktioniert folgendermaßen. Firmen haben die Möglichkeit vorab für ihre Mitarbeiter ein VIP-Ticket zu kaufen. Für Besitzer eines VIP-Tickest ist der Park dann exklusiv von 20:00 Uhr bis 23:00 Uhr geöffnet, außerdem ist auch für das leibliche Wohl, mit einem Food-Corner und Freibier, bestens gesorgt. Und sogar Tobi, steigt zu Gunsten der Kinder in einige der Achterbahnen.

Samstagmorgen sieht das Wetter zunächst leider nicht so prima aus, es nieselt und wir befürchten schon, dass unsere Tour nach Downtown St. Louis ins Wasser fällt. Wir starten deshalb erstmal mit einer Indoor-Sehenswürdigkeit, dem Soulard Farmers Market. Treue Leser wissen, dass wir uns hier regelmäßig mit Obst und Gemüse versorgen. Im Anschluss daran fahren wir zur Lemp Mansion, einer Villa aus dem Jahr 1868 in der es angeblich spuken soll. Die Geschichte der Familie Lemp ist eigentlich die einer typischen Einwandererfamilie. Die Lemps waren eine deutschstämmige Familie welche sich zunächst als Lebensmittelhändler und dann als Bierbrauer einen Namen machten. Allerdings sind mehrere Mitglieder der Lemp Familie unter fragwürdigen Umständen oder durch Selbstmord in besagter Villa ums Leben gekommen, weshalb diese als „one of the America’s nine most haunted houses“ gilt.

Danach machen wir einen kurzen Abstecher zur Anheuser-Busch Brauerei, die sich ebenfalls im Stadtteil Soulard befindet. Wir verzichten allerdings auf die kostenlose Brauereiführung, da das Wetter besser wird und wir das nutzen möchten um in die City zu fahren. Hier besichtigen wir natürlich den Gateway Arch. Allerdings nur von unten, da extrem viel los und wir keine Lust haben zu warten. Der Arch ist 192 m hoch und kann per schräg verlaufendem Aufzug befahren werden. Er ist Teil des Jefferson National Expansion Memorial, zu dem neben dem Bogen das alte Gerichtsgebäude sowie das Museum of Westward Expansion, welches sich zusammen mit dem Besucherzentrum unterirdisch und unterhalb des Gateway Arch befindet, gehören. Außerdem markiert der Arch den Ausgangspunkt der Lewis-und-Clark-Expedition, welche 1804 von hier aus, als erste amerikanische Überlandexpedition, in Richtung Pazifikküste aufbrach. Nach einen kurzen Spaziergang entlang des Mississippis und durch die Stadt sind wir wieder am Auto angekommen und fahren weiter zum Forest Park.

Der Forest Park ist mit einer Fläche von 555 ha größer als der Central Park in New York und gilt als eine der größten innerstädtischen Parkanlagen weltweit. Zum Forest Park gehören unter anderem der St. Louis Zoo, das Saint Louis Art Museum, das Missouri History Museum und das St. Louis Science Center. Außerdem gibt es hier zwei Golfanlagen und mehrere miteinander verbundene Seen. An einem dieser Seen liegt das Boathouse, ein Restaurant mit angegliedertem Bootsverleih. Hier stärken wir uns mit einem leckeren Essen und gehen anschließend ein wenig Tretbootfahren.

Langsam wird es Zeit für den Rückweg nach Chesterfield, dabei machen wir noch einen kurzen Stop bei Ted Drews Frozen Custard. Frozen Custard ist eine Eisspezialität die aus Sahne, Eigelb und Zucker hergestellt und mit allen möglichen Toppings serviert wird. Traditionell isst man das Ganze auf der Ladefläche eines Trucks sitzend, was sich dann „tailgating“ nennt. Hat man wie wir keinen Truck, tut es notfalls auch der Kofferraum. Gut, dass wir nen Kombi haben. 

Abends gehen wir dann noch zu einem kostenlosen Konzert im Chesterfield Amphitheater und lassen den Tag bei Live-Musik und Bier ausklingen.

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