Es ist Karfreitag, 05:00 Uhr morgens, wir sitzen am Flughafen und warten auf unseren Flug, der uns nach Washington D.C. bringt. Über Ostern wollen wir uns die Hauptstadt der Vereinigten Staaten und deren Umgebung ein wenig genauer ansehen.

Etwa fünf Stunden später haben wir bereits in unser Hotel eingecheckt und sitzen bei einem Frühstück, in einem nahegelegenen Café, in der Sonne. Eigentlich war für heute den ganzen Tag Regen angesagt und so wollten wir, statt der geplanten Segway-Tour, den Tag in einem der zahlreichen Museen verbringen. Wie sich allerdings herausstellt, kann sich auch der Wetterbericht mal täuschen. Es regnet nicht und statt mit einem Segway erkunden wir per Fahrrad die National Mall und die Gegend um das Capitol und stellen mal wieder fest wie großartig Bike-Sharing ist. Bereits Kansas City und Miami haben wir komplett mit dem Rad erkundet und Washington, mit seinen vielen Radwegen und Parkanlagen, eignet sich ebenfalls perfekt zum Bike-Seeing.

Erstes Ziel ist die National Mall, eine Parkanlage die sich vom Capitol im Osten über eine Länge von knapp fünf Kilometern bis zum Lincoln Memorial im Westen erstreckt und unzählige Museen und Denkmäler beherbergt. Wir düsen also von einem Denkmal zum anderen und freuen über das unverhofft schöne Wetter. Abends lassen wir den Tag bei einem leckeren und wohlverdienten BBQ im Kneipenviertel Adams Morgan ausklingen, welches nur 10 Gehminuten von unserem sehr gemütlich und liebevoll eingerichteten Hotel entfernt ist. Vielen lieben Dank an Mama und Vroni für diesen super Tipp.

Nach einem leckeren Frühstück starten wir in den zweiten Tag ebenfalls mit dem Fahrrad. Uns zieht es Richtung Georgetown – neben der Georgetown University gibt es hier eine schöne Promenade an der man herrlich am Ufer des Potomac River entlang radeln kann. Der Reiseführer empfiehlt einen Spaziergang durch die Altstadt. Unser Weg führt uns vorbei an zahlreichen wunderschön renovierten Gründerzeitvillen mit bunten Türen und Fensterläden, über den Campus der Georgetown University, wo wir sogar ein Lacrosse-Spiel zu sehen bekommen, zurück zur lebhaften Mainstreet mit Ihren vielen Läden und Cafes. Abends geht’s zum Italiener und wir sind von dem ganzen Geradle und Gelaufe so ausgehungert, dass jeder von uns eine ganze Pizza verdrückt.

Am Ostersonntag tauschen wir unsere Fahrräder gegen einen schicken Dodge Charger und düsen damit ins, ca. 80 Kilometer nörd-östlich an der Chesapeake Bay gelegene Baltimore. Wir schlendern eine wenig an der Hafenpromenade entlang, lassen uns im Hard Rock Cafe ein leckeres Mittagessen schmecken und machen anschließend eine Hafenrundfahrt. Danach dauert es natürlich nicht lange bis wir entdecken, dass es auch hier Fahrräder zu leihen gibt und so schwingen wir uns wieder in den Sattel. Meine Waden rebellieren zwar mittlerweile ob der ganzen Anstrengung ein wenig, aber was soll’s. Unsere Tour führt uns ins Hafenviertel Fell’s Point. Hier entdecken wir eine kleine Weinbar auf deren Terasse wir, mit einer Flasche Wein und einer Käseplatte, die Nachmittagssonne genießen. Dabei wird uns dann auch bewusst, dass wir am Vortag unser zweijähriges USA-Jubiläum hatten und somit für uns mit dem heutigen Tag tatsächlich das letzte Jahr unseres Übersee-Abenteuers anbricht. Wie wir da so sitzen, in der Sonne, mit einer Flasche Wein auf dem Tisch, wird uns wieder mal klar, dass wir bisher noch keinen Tag der letzten zwei Jahre bereut haben und wir es ohne Zögern wieder machen würden.

Als die Sonne langsam hinter den Häusern von Fell’s Point untergeht machen wir uns auf zum Hotel. Da uns heute nicht nach Ausgehen zumute ist und unser mit Zimmer einer Couch und Kabelfernsehen aufwartet, ruhen wir unsere müden Glieder bei drei Folgen Shark Tank, dem amerikanische Pendant zu „Die Höhle des Löwen“, aus.

Nach einer schrecklichen Nacht, wir hatten die Wahl zwischen 30°C Raumtemperatur oder einer Klimaanlage die wie ein Kühllaster-Aggregat klingt, schlagen wir die Schlacht um ein paar Eier mit Speck am Frühstücksbuffet. Großartig, immer wieder schön die amerikanische Buffet-Kultur hautnah miterleben zu dürfen. Nach diesem Erlebnis checken wir aus und fahren Richtung Süden nach Annapolis. Wenn sich eine Stadt schon „America’s Sailing Capital“ („Amerika’s Segelhauptstadt“) nennt, steht diese natürlich ganz oben auf dem Reiseplan.

Annapolis ist eine klassische Hafenstadt und im Sommer ist der im Zentrum gelegene Hafen vollgepackt mit Segel- und Motorbooten, welche die Chesapeake Bay als Revier nutzen. Leider ist hier allerdings Anfang April bei 5°C und eisigem Wind noch nicht ganz soviel los. Nichtsdestotrotz, machen wir die vom Tourismusbüro empfohlene selbstgeführte Tour durch die Stadt und erfahren dabei zum Beispiel, dass hier das älteste Capitol-Gebäude Amerikas steht und die US Naval Academy ihren Stützpunkt hat. Recht durchgefroren lassen wir uns zum Mittagessen am Hafen die Spezialität der Region, eine Frikadelle aus Krabbenfleisch, genannt „Crab-Cake“, schmecken. Auf dem Weg zurück zum Flughafen stoppen wir noch am National Harbor und in Alexandria, einem Vorort von Washington D.C., für einen Kaffee und ein Stück Kuchen und abends geht es dann, nach vier sehr erlebnisreichen Tagen, wieder zurück nach St. Louis.

 

1 Antwort
  1. Mum
    Mum sagte:

    Tja, da hättet ihr vor lauter Herumgereise im Lande fast euren zweiten Jahrestag in den Staaten vergessen.
    Wahnsinn, wie die Zeit verfliegt.
    Lg

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