Ready, Set, Go! – Teil 2

Natürlich haben die zwei Stunden nicht gereicht. Anfänglich sah es noch ganz gut aus, am Immigration Service war relativ wenig los und wir waren guter Dinge. Als wir allerdings dann in einer sehr, sehr langen Schlange vor den Schaltern stehen und irgendwie nichts vorwärts geht, dämmert es uns schon, dass das wahrscheinlich nichts werden wird. Die Informationspolitik der CBP-Beamten (Custom and Border Protection) lässt zunächst auch etwas zu wünschen übrig. Auf mehrmalige und lautstarke Nachfrage einiger unserer Mitreisenden bekommen wir dann letztendlich die Auskunft, dass das System wohl momentan nicht funktioniert und wir nicht viel mehr tun können als zu Warten. Die Airlines seien informiert und es wird versucht die Startzeiten der Anschlussflüge zu verschieben. Da ist es 16:05 Uhr, unser Flug geht um 16:40 Uhr. Bei uns liegen die Nerven langsam blank und wir haben nach fast 9 Stunden Flug auch einfach keinen Bock mehr. Schmunzeln müssen wir dann allerdings doch als ein Mann hinter Tobi lacht, den Kopf schüttelt und sagt „This is my U.S.“ Und so regen wir uns auch nicht weiter auf und nehmen die Situation schicksalsergeben hin.

Als wir dann endlich an der Reihe sind bekommen wir einen Stempel in unseren Pass auf dem steht, dass unser Visum bis 30.03.2019 gültig ist. Dann müssen wir, obwohl wir den Transitbereich nicht verlassen haben, noch einmal durch eine Sicherheitskontrolle. Als wir im Sprint zu unserem Abflug-Gate hechten ist es 17:15 Uhr und die Tür, die zu unserem Gate führt, ist verschlossen. Tobi fragt bei deiner Air Canada Mitarbeiterin nach wie wir zum Gate F32 kommen und Antwort darauf sollte uns eigentlich nicht überraschen. „St. Louis? The flight is gone.“ Na Prima! Also geht es wieder zurück zum Service Desk von Air Canada. Hier erfahren wir, was wir eigentlich eh schon wissen, den Flug den wir gerade verpasst haben, war der letzte nach St. Louis an diesem Tag. Wir werden auf einen Flug am nächsten Morgen umgebucht und bekommen eine Telefonnummer bei der wir ein vergünstigtes Hotelzimmer buchen können. Denn um ein Hotel kümmert sich Air Canada nicht, da das Problem ja nicht von der Fluggesellschaft, sondern vom US Zoll verursacht wurde. Nachdem wir das geklärt haben, bringt uns eine nette Dame von Air Canada über einen „Geheimweg“ zum Gepäckband auf dem auch schon unsere beiden Koffer auf uns warten. Normalerweise wird das Gepäck bei einem Transitflug einfach durchgecheckt ohne dass es erneut aufgegeben werden muss. Da wir aber den Flug nach St. Louis nicht angetreten haben, wurde unser Gepäck wohl wieder ausgeladen.

Da wir nun nicht nur auf dem Weg in die USA, durch Kanada durch reisen, sondern auch eine Nacht in Toronto bleiben, müssen wir nun noch zum kanadischen Zoll. Dass heißt, wir sind heute zuerst in die USA eingereist und anschließend nach Kanada, allerdings ohne aus den USA wieder auszureisen da wir ja durch den Geheimweg geschleust wurden. Wir dürfen gespannt sein, ob das morgen nicht Probleme gibt, wenn wir dann versuchen ein zweites Mal nach Amerika einzureisen. Wir kommen uns auf jeden Fall langsam vor wie Tom Hanks in „Transit“.

Am Ende betreten wir mit unserem Gepäck die Ausgangshalle des Flughafens in Toronto. Ich kümmere mich um ein Hotel, Tobi gibt seinem Chef Bescheid, dass wir später kommen werden. Mit dem Taxi machen wir uns dann auf den Weg ins ca. drei Kilometer entfernte Hotel und da uns das Glück ja heute so gewogen ist, stehen wir noch ein bisschen im Stau. Endlich im Hotel angekommen gehen im angegliederten Restaurant noch eine Kleinigkeit Essen und fallen todmüde um 21:30 Uhr ins Bett. Für morgen um 05:00 Uhr hat uns der Hotelmitarbeiter zum Wake-up call angemeldet.

10 Kommentare
  1. Mum
    Mum sagte:

    Keep cool!!!! Das war sicher nur ein Test der Einreisekommision, ob ihr für ein Leben in USA taugt.
    Also am ersten Tag —— Test bestanden!!!

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  2. Hans
    Hans sagte:

    Johannes gings genauso, kam an und die Passkontrolle dauerte, Anschlussflug verpasst, konnte erst am nächsten Tag weiterfliegen.

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    • Tobi
      Tobi sagte:

      In Zukunft werden wir etwas mehr Zeit zwischen den Flügen einplanen. Praktisch, dass man sich an den amerikanischen Flughäfen die Zeit gut vertreiben kann.

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