Auch kulturell müssen wir uns ein bisschen weiterbilden. Daher bietet sich die perfekte Gelegenheit als ein Arbeitskollege uns anbietet seine Saisonkarten fürs „The Muny“ zu übernehmen. Da er am Freitag schon in den Urlaub fahren möchte, dürfen wir seine Karten haben. „The Muny“ ist Amerika’s größtes und ältestes Freilicht-Musiktheater. Das bis zu 11000 Zuschauer fassende Amphitheater ist mitten im Forest Park untergebracht und spielt 2017 bereits die 99. Saison. Die hinteren 1500 Sitzplätze sind immer kostenfrei und werden ab 19 Uhr nach dem Windhundprinzip (first come, first served – Wer zuerst kommt, mahlt zuerst) vergeben.

Da die hochsommerlichen Temperaturen etwas zu hoch sind um mit Anzug und Krawatte vier Stunden bei gefühlten 40°C zu schwitzen begeben wir uns einige Tage vorher auf die Homepage des Munys um etwas über den Dresscode herauszufinden. Und siehe da, es wird nicht so streng genommen und man darf gerne in Shorts erscheinen.

Aber gut, dass wir die Homepage besucht und die Theater Etikette durchgelesen haben. Beim zweiten Punkt (Bitte erheben Sie sich und richten Sie ihren Blick zur Amerikanischen Flagge wenn die Nationalhymne gespielt wird.) sind wir etwas stutzig geworden und haben uns gefragt warum das extra hervorgehoben wird.

Wie es sich für eine Theater Ausflug gehört gehen wir vorher noch schön Essen. Dabei haben wir uns diesmal eine der vielen Pizzerien in „The Hill“ ausgesucht. „The Hill“ ist DAS italienische Viertel in St. Louis. Überall findet man die italienische Landesfarben. Selbst die Hydranten sind in grün, weiß und rot bemalt. Leider ist die ausgesuchte Pizzeria sehr voll und wir müssten 45 Minuten auf einen Tisch warten. Daher gehen wir in eine andere, in der es auch sehr lecker war.

Danach fahren wir, nachdem wir noch einen Liter Wasser für jeden gekauft haben, zum angrenzenden Forest Park und finden relativ nah am Amphitheater einen Parkplatz. Schon beim Aussteigen aus dem Auto merkt man die brutale Hitze. Die Veranstaltungsstätte ist schon sehr beeindruckend. Das Stück, das gespielt wird heißt „The unsinkable Molly Brwon“. Dabei handelt es sich um die Frauenrechtlerin Molly Brown, die das Titanic-Unglück überlebt hat. Die Premiere war am 3. November 1960 am Broadway. Naja wenn das mal noch up-to-date ist, denke ich mir schon.

Alles in allem war es eine interessante Erfahrung. Zum einen war es mein erstes Musical und ich konnte manchmal nicht erkennen ob die Akteure vor Schmerzen schreien oder ob es zum Stück gehört zum anderen war es auch mal interessant bei einem lauen Missouri-Sommer bei 40°C vier Stunden in den Rängen eines Amphitheaters zu sitzen…

Aber vielleicht lag es ja auch ein bisschen am Stück. Insgesamt werden im „The Muny“ jedes Saison (Mitte Juni – Mitte August) sieben verschiedene Stücke gespielt. Vielleicht werden wir uns nächstes Jahr, zum 100-jähringen-Jubiläum, an einem gemäßigteren Sommerabend spontan zwei der 1500 kostenfreien Sitzen ergattern. Hier sieht man das komplette „The Muny“- Repertoire. Da wird ja was passendes dabei sein 😉

6 Kommentare
  1. Mum
    Mum sagte:

    Ich glaube, bei eurem nächsten Besuch in der Heimat müssen wir mehr „auf Kultur“ machen.
    Die Bühne sieht auf jeden Fall toll aus und die Plätze sind auch ganz zentral. Na ja, es war „etwas“ warm.
    Bei meinem Freilichttheater Ende Juli in HDH war am Abend Fleecedecke mit warmer Jacke und ein Platz am äusseren Rand angesagt. Aber es war trotzdem toll: „My Fair Lady“ mit einer super Kulisse!
    Lg

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  2. Hans
    Hans sagte:

    Ich wär für „Jesus Christ Superstar“ gewesen!

    Ja, 40°C ist schon etwas warm, bei uns hatte es vergangene Woche bei ziemlich Regen ganze 16°C

    Wünsche euch weiterhin viel Spaß und lasst es euch gut gehen, genießt die Zeit!

    LG Hans

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