Mit einer kleinen Propeller-Maschine setzten wir über nach Maui. Der 45-minütige Flug verläuft ohne größere Vorkommnisse und nach der Landung in Kahului ist auch der Mietwagen schnell übernommen. Unser drittes Airbnb in Paia ist leider nicht ganz so schön wie die letzten beiden. Auch wenn es sehr geräumig und hell ist, habe ich irgendwie das Gefühl, dass hier zwischen dem Auszug der letzten Gäste und unserem Einzug nicht geputzt wurde. Nun gut, man kann nicht immer Glück haben und es ist jetzt nicht super-eklig.

Den Nachmittag verbringen wir am Ho’okipa Beach wo Duzende Surfer im Wasser liegen und auf die perfekte Welle warten. Abends gehen wir gemütlich Essen und anschließend ins Bett, denn morgen liegt nochmal ein anstrengender Tag vor uns.

Um 4:00 Uhr klingelt der Wecker. In der Dunkelheit machen wir uns auf zum Haleakalā National Park. Der Haleakalā ist Maui’s höchster Vulkan und von dort aus wollen wir heute den Sonnenaufgang beobachten. Vulkane und ganz generell die Natur nehmen in der hawaiianischen Kultur viel Platz ein. Vulkankrater und Berggipfel werden als spirituelle Orte angesehen. Als die Sonne also durch ein Meer aus Wolken aufgeht, fange einige Leute an ein hawaiianisches Lied anzustimmen und die Atmosphäre ist schon sehr besonders.

Nachdem wir ein wenig die wärmenden Sonnenstrahlen genossen und den Krater ausreichend erkundet haben machen wir uns auf den Weg zurück zur Küste. Leider bekommt mir die Höhe gar nicht und ich schlage mich die nächsten 1,5 Stunden mit Übelkeit und Kopfschmerzen herum. 600 mg Ibuprofen und jede Menge Wasser zeigen dann zum Glück ihre Wirkung und als wir am Mile-Marker 0 der Road to Hana ankommen bin ich wieder fit.

Die Road to Hana ist eine 53 Meilen (ca. 85 km) lange Küstenstraße, die sich von Paia nach Hana windet. Mit über 600 Kurven und jeder Menge einspuriger Brücken ist sie eine echt abenteuerliche Strecke. Wie auch immer, die Szenerie ist wirklich atemberaubend, allerdings ist mit 3/4 des Weges schlecht und ich kann das ganze nicht so richtig genießen. Das ist vermutlich das erste Mal, dass auch ich sage, es ist echt scheiße, wenn der Weg das Ziel ist.. 

Umso mehr genieße ich die Stopps die wir zwischendurch machen. Wir besuchen einen botanischen Garten (Ke’anae Arboretum) in dem es Regenbogen Eukalyptus Bäume zu sehen gibt und erkunden anschließend das Dorf Ke’anae, das auf einer kleinen Halbinsel liegt. Wir machen Halt an einer Ansammlung von Food Trucks und holen uns leckere Spare Rips, erkunden die Wailea Falls und besuchen das Grab von Charles Lindbergh. Dort drehen wir um und fahren den Weg in die andere Richtung wieder zurück.

Wie so häufig auf unseren Reisen sind die Tage für unseren Entdeckerdrang einfach nicht lange genug und so müssen wir einen guten Teil des Rückweges im Dunkeln zurücklegen. Tobi macht das aber, wie erwartet, ganz großartig und so muss ich mich nur darauf konzentrieren nicht ins Auto zu kotzen – was ich übrigens auch ganz großartig meistere.

Die nächsten Tage lassen wir es ruhig angehen und reduzieren unsere Entdeckungstouren auf das allernötigste. Einen Vormittag fahren wir die Westküste bis zum, für uns erreichbar, nördlichsten Punkt der Insel. Kurz nach dem Einstiegspunkt für den Ohai Trail ist laut Mietwagenvertrag Schluss. Der Highway 340 führt von hier aus nur als sehr schmale, sehr kurvige und schlecht befahrbare Straße weiter uns somit bleibt uns die Umrundung der Insel verwehrt, oder – besser gesagt – mir bleibt sie erspart. Ich werde nämlich immer noch grün im Gesicht, wenn ich an die Road to Hana zurückdenke.

Ansonsten verbringen wir viel Zeit am Strand. Wir leihen uns Schnorchel-Zeug aus und keine zwei Minuten haben wir den Kopf im Wasser, zieht schon die erste Schildkröte gemächlich an uns vorbei. Toll! Außerdem tummeln sich zahllose bunte Fische unter anderem auch hawaiianische Staatsfisch, der Humuhumunukunukuāpua’a. Wörtlich übersetzt heißt das wohl soviel wie “Fisch der grunzt wie ein Schwein”. Ich habe zwar nichts grunzen gehört, aber niedlich anzusehen sind sie auf jeden Fall.

Zu einem Tag am Strand gehört auf Hawai’i immer auch das leidige Thema Parkplatzsuche. Das mit den Parkplätzen am Strand, nämlich so eine Sache. Grundsätzlich gibt es hier keine privaten Strände. Egal wie groß oder luxuriös das Hotel direkt am Strand ist, der Strand an sich gehört immer allen und muss auch für jedermann zugänglich sein. Eigentlich eine tolle Sache. Allerdings legen die Luxus-Resorts logischerweise wenig Wert darauf Parkplätze für Nicht-Gäste zur Verfügung zu stellen. Deshalb gibt es zu jedem Strand zwar einen öffentlichen Zugang, aber meist nur winzige und immer total überfüllte Parkplätze.

Parkplatz suchen ist daher auf Hawai’i ein bisschen wie Lotto spielen. Meistens hatten wir Glück und so auch an unserem letzten Tag auf Maui.  Am Slaughterhouse Beach finden eine kleine Parklücke, in die Tobi unseren feuerroten Chevrolet Camaro gekonnt hinein zirkelt.

Mit unseren Schnorchel-Sachen kamen auch zwei Body-Boards und da heute die Dünung das Schnorcheln nahezu unmöglich macht, schmeißen wir uns mit unseren Brettern in die Wellen. Nach den ersten Anlaufschwierigkeiten (von 2-Meter-Welle überrollt, ca. 5 Liter Salzwasser geschluckt), schaffe ich es tatsächlich drei Wellen bis beinahe zum Strand zu surfen. Ein tolles Gefühl! Soviel Spaß es macht, genauso anstrengend ist es auch und nach zweimal 30 Minuten sind wir fix und fertig. In dieser Nacht schlafe ich wie ein Stein, nicht mal meine allnächtlichen Rückenschmerzen bringen mich aus der Ruhe.

Der letzte Tag (Silvester) beginnt entspannt. Gemütlich zusammenpacken, aus dem Airbnb auschecken und anschließend ein netter Bummel durch das gemütliche Paia. Da unser Flug nach Kauai erst am frühen Nachmittag geht, vertreiben wir uns die Zeit den Kitern am Strand in der Nähe vom Flughafen zuzuschauen.

 

4 Kommentare
  1. Nadine
    Nadine sagte:

    Mal wieder wahnsinnig tolle Beiträge und Fotos!
    Vor allem weil man in letzter Zeit so viel von euch sieht!
    Hoffe das ihr diesen Block in irgendeiner Weise weiter macht wenn ihr wieder zurück seid!

    Ganz liebe Grüße an euch zwei!

    Nadine

    Antworten
    • Micha
      Micha sagte:

      Hi Nadine!

      Vielen Dank… Ja, mal schauen ob es ab April dann einen „Hurra, wir sind zurück in Deutschland“-Blog geben wird. ?

      Freut uns auf jeden Fall, dass du immer noch fleißig dabei bist!

      Viele Grüße,
      Micha & Tobi

      Antworten

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