31.12.2018

Der Hawaiian Airlines Flug HA319 vergeht sehr schnell und beim Landeanflug sitzen wir auf der richtigen Seite. Während man noch auf die tiefgrünen und üppig bewachsenen Hänge blickt setzt man schon auf der Landebahn auf. Als wir am Gepäckband ankommen, steht dieses schon und unsere Koffer liegen bereit. Na das ging ja schnell. Kauai ist mit 6 Millionen Jahren die älteste der 8 Hauptinseln und hat nur 64000 Einwohner. Auch die Pauschaltouristen sind hier nicht so sehr vertreten, da es weniger Resorts mit exklusiven Restaurants gibt, sonder der Tourismus mehr auf Outdooraktivitäten wie z.B. Wandern oder Kayak fahren ausgerichtet ist. Aufgrund des Alters hatte die Natur genügend Zeit das Gestein zu formen und die fruchtbaren Hänge mit tropischem Gewächs zu begrünen. Daher wird Kauai auch die Garteninsel genannt.

Bei der Mietwagenzentrale angekommen sehen wir auch hier, dass es nicht die touristenreichste Insel ist, da es nur eine überschaubare Auswahl gibt. Wir entscheiden uns für einen Nissan Frontier, in Deutschland besser als Navaro bekannt. Auf zur Unterkunft. Obwohl die Beschreibung und der nette Kontakt vielversprechend waren, werden wir bei der Ankunft sehr enttäuscht. Alt, modrig, klein, dunkel, kein nennenswerter Außenbereich, das B este sind die 3 Flaschen Bier im Kühlschrank. Naja…

Wir duschen und machen uns fertig für unsere Silvesterparty. Eigentlich haben wir uns für Sushi entschieden, aber da das Restaurant geschlossen hat, enden wir im Lava Lava Beach Club. Direkt auf dem Strand mit den Füßen im Sand lassen wir uns leckere Cocktails und gutes Essen schmecken. Da der Beach Club um 21Uhr zu macht und wir nicht genau wissen, wo es auf Kauai richtig abgeht machen wir uns nach einem Strandspaziergang auf den Weg zurück und verschlafen den Jahreswechsel.

01.01.2019

Das neue Jahr beginnt mit Kaffee und Frühstück von Starbucks, das wir an einem schönen Aussichtspunkt mit Blick auf den Pazifik genießen. Wir sind das einzige Auto, trotzdem sind wir nicht allein. Um uns herum gackern dutzende wilde Hühner. Das ist eine Besonderheit von Kauai, die Hühner wurden von den polynesischen Siedlern als Verpflegung auf die Insel gebracht, allerdings gibt es hier nahezu keine natürlichen Feinde. Zudem fegte 1992 ein Hurrikan über die Insel und zerstörte dabei nicht nur Wohungen und Häuser, sondern auch unzählige Hühnerställe. So stieg die Zahl der wilden Hühner stark an und heutzutage sind sie überall zu finden.

Weiter führt uns unsere Tour (bzw. Gyspy unser Reiseleiter) nach Norden. Zuerst kommen wir an den Kilauea Leuchtturm. Ein sehr schöner weißer Leuchtturm, der auf einer weit in den Ozean hineinreichenden Landzunge mit steilen Klippen steht. Das angrenzende Naturschutzgebiet Kilauea Point National Wildlife Refuge können wir aufgrund des Regierungs-Shutdowns nicht besuchen. Zu diesem Zeitpunkt war uns noch nicht im geringsten bewusst, welche gravierenden Ausmaße der längste Shutdown der amerikanischen Geschichte haben wird.

Kurz nach dem Leuchtturm geht es aktiv weiter, wir wollen den Gezeiten_Pool Queen’s Bath besuchen. Dazu müssen wir unsere Wanderschuhe schnüren. Am Parkplatz angekommen kommen uns schon einige dreck-verschmierte Wanderer entgegen. Der anhaltende Regen hat den sowieso schon sehr matschigen Wanderweg fast unpassierbar gemacht, weswegen der offizielle Eingang mit einem Eisentor abgesperrt ist. Da wir uns nicht alle Sehenswürdigkeiten nehmen lassen wollen, entscheiden wir, wie bereits so einige vor uns, einen Weg um das Tor zu finden. Das gelingt uns auch, aber der Weg ist wirklich extrem matschig und rutschig. Dennoch, der 20 minütige Weg lohnt sich und so schauen wir uns fast 1 Stunde an, wie die Brandung gegen das Lavagestein arbeitet. Total verdreckt kommen wir dann nach einem viel einfacheren, da bergauf, Rückweg wieder am Auto an und suchen uns den nächsten Supermarkt um uns mit unserem Lieblingssnack Poke einzudecken, was wir dann am Strand der fast kreisrunden Bucht in Hanalei essen.

Gut gestärkt machen wir uns auf, den restlichen Weg bis zum Ende der Straße zu fahren. Leider macht uns auch da wieder etwas einen Strich durch die Rechnung. Die Straße ist gesperrt. Extremer Regenfall hat im April 2018 zu Landrutschen und vielen Zerstörungen von Häusern und Uferstraßen geführt. In 24h sind 1262 Liter pro m² gefallen. Zum Vergleich: Die durchschnittliche Niederschlagsmenge in Deutschland im Jahr 2018 betrug 590 Liter pro Quadratmeter – pro Jahr. Die Aufräumarbeiten dauern immer noch an uns so sind die letzten 7 Meilen nur für Anlieger und nur im Konvoi befahrbar. Daher machen wir noch einen kleinen Spaziergang in Hanalei und schauen uns dann noch den Sonnenuntergang auf der Hanalei-Pier an bevor wir uns auf den 45-minütigen Rückweg machen.

02.01.2019

Heute geht es wieder etwas früher los. Wir wollen sehen, was das Wetter in 6 Millionen Jahren mit dem Vulkangestein macht. Auf zum Waimea Canyon und Koke’e State Park. Von unserer Unterkunft dauert es eine gute Stunde, bis man die Küstenstraße verlässt und an der Canyon-Kante entlang fährt. Der Canyon ist 16 km lang und 900 m tief, sehr imposant wie der regelmäßige Regen eine tiefe Schlucht in das rote Gestein gewaschen hat. An verschiedenen Aussichtspunkten halten wir an uns schauen uns die Formationen an. Unsere geplante Aktivität für den Tag ist eine 6,5 Meilen (ca. 1o km und 650 Höhenmeter) lange Wanderung. Wir wollen den Awaʻawapuhi Trail laufen, der weit in die Na Pali Küste hinein geht. Die Wanderung geht zuerst auf matschigem Weg durch dichten Regenwald. Nach ca. 2/3 des Weges lichtet sich der Wald etwas und am Ende des Weges hat man dann einen atemberaubenden Blick auf die zerklüftete Küste und den Ozean. Sehr, sehr beeindruckend. Nach einer kurzen Mittagspause machen wir uns auf den Rückweg. Wie bei Canyon-Wanderungen so üblich ist das der deutlich anstrengendere Weg aber wir brauchen wie auch für den Hinweg nur 1,5h, kommen aber schon sehr ins Schwitzen. Wir fahren die Straße noch bis zum Ende (Pu’u O Kila Aussichtspunkt) bei dem wir noch einmal die Ausmaße und Schönheit der Na Pali Küste bewundern bevor wir uns auf den Rückweg machen. Ein leichtes Hungergefühl bringt uns in die Port Ellen Marina in der wir bei Industriehafen-Flair bei gutem und günstigen Essen die Eindrücke verarbeiten.

03.01.2019

Heute müssen wir es etwas ruhiger angehen. Wir werfen unsere Strandstühle und den Sonnenschirm auf die Ladefläche unseres Pickup-Trucks. Dabei treffen wir auf den Vermieter Bobby. Er ist sehr aufgedreht und super gelaunt aber für uns in der früh noch etwas zu anstrengend. Aber super nett! Wir fahren nach Süden in die Resortgegend um Poi’pu. Dort genießen wir einen sehr entspannten Tag am Strand. Abends essen wir noch eine leckere Pizza bzw. Burger. Dann machen wir uns auf zum Spouting Horn. Hier drücken die Wellen das Wasser in eine alte Lavaröhre und das Wasser schießt einige Meter in die Höhe. Den Sonnenuntergang verbringen wir mit vielen Einheimischen am Kuku’ula Hafen. Immer wieder kommt es zu kurzen 2-3 minütigen Regenschauern. Das hat uns in den letzten Tage auch schon immer begleitet aber da wir meist im Auto unterwegs waren, hat uns das nicht so gestört. Beim Sonnenuntergang aber ist es extrem nervig.

04.01.2019

Unser letzter hawaiianischer Tag, den wollen wir noch einmal so richtig ausnutzen bis dann um 20:50 Uhr Ortszeit das Flugzeug den Inselstaat mit uns an Bord verlassen wird. Um 5 Uhr klingelt der Wecker. Vor einigen Tagen haben wir uns die ATV Tour „Ultimate Ranch Tour“, gebucht. Treffpunkt ist 6:45 Uhr auf der Kipu Ranch. Wir bekommen ein Halstuch, Helm und eine Skibrille. Dann werden wir auf die Fahrzeuge verteilt und wir bekommen eine kurze Einweisung in unseren Kawasaki TERYX4. Nach einer kurzen Probefahrt im Kreis kann es dann auch schon losgehen. Insgesamt fahren wir 3 Stunden durch die weiten der Kipu-Ranch. Über Stock, Stein und Matsch kommen wir an vielen bekannten Filmkulissen vorbei. Immer wieder halten wir an und bekommen von unseren Führer Troy einige interessante Geschichten über die Ranch erzählt. Glücklich und dreckig kommen wir gegen Mittag an den Startpunkt zurück.

Nach so viel Adrenalin und weil wir uns ein bisschen waschen sollten, machen wir uns auf den Weg an den Strand. Der Kalapaki Beach liegt nur 5 Minuten von der Mietwagenzentrale entfernt. Wir ziehen uns um und genießen das Treiben am Strand. Gegen Mittag kaufen wir – ein letztes Mal – Poke ein, das wir diesmal an einem Wasserfall auf der Ladefläche unseres Trucks genießen. Nun müssen wir zurück zur Unterkunft, um kurz zu duschen und unser Zeug zu holen.

Der Abend klingt dann in der Barefoot-Bar des Duke Restaurants mit guten Essen, Bier und Cocktail, Sonnenuntergang, Live-Musik und viel Aloha aus.

Mahalo Hawai’i – Wir kommen wieder. Die Na Pali Küste soll vom Boot aus ja am schönsten sein.

 

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